Vor einhundert Jahren
betrug der Anteil der zivilen Bevölkerung an den
Kriegsopfern fünf Prozent. Heute sind es zwischen
neunzig und fünfundneunzig Prozent.
Weltweit steigt die Zahl der Hungernden, Flüchtlingen,
Waisen und Kranken als Folge ausbeuterischen und kriegerischen
Handelns an.
Doch nicht nur Drittweltländer sind vom um sich
greifenden Gewaltwahn betroffen. Die Sinnkrisen unserer
Zeit und die neuen Anforderungen an steigende Umweltkomplexitäten
führen auch in den so genannten fortschrittlichen
Ländern zu einer Zunahme von Gewaltbereitschaft
und scheinbar einfachen aber egoistischen und kurzsichtigen
Lösungen.
Verantwortungsbewusstsein wird unter den liberalen
Denkern und Menschen groß geschrieben, und doch
sehen unsere Lösungen bislang im Verhältnis
zu den Problemen eher armselig aus.
Ursache all unserer Probleme ist nicht mangelnder Wille,
sondern ein den heutigen Schwierigkeiten nicht hinreichend
angepasstes Denken. Ohne das erforderliche Umdenken
wird sich die Spirale der Gewalt weiter drehen.
Kinder des Zorns beschreibt, wie das Denken unserer
Zeit beschaffen sein muss:
- komplexitätsbewusst,
- kontingenzbewusst,
- verantwortungsbewusst.
Die Lösungen unserer Probleme sind von der Art
und Weise abhängig, wie wir sie beschreiben, und
die Beschreibung wird durch das Denken und die Wertesysteme
bestimmt. Fundamentalismus ist immer ein Rückschritt,
ist Abgrenzung und führt nur in weitere Abgrenzung.
Der Mensch muss anfangen, seine Welt zu hinterfragen,
seine Ideologien zu überprüfen und Anderen
ihre Andersartigkeit zu lassen.
|